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Pfingstexkursion des ISAH 2017

Gruppenbild auf dem Belebungsbecken mit dem Brocken im Hintergrund
Die Gruppe am Einstieg der Fahrkunst
Exkursionsteilnehmer bei der Wasserverkostung
Die Gruppe vor dem Sedimentationsbecken bei Nordzucker

Vom 6.6. bis 7.6.2017 fand in der vorlesungsfreien Woche die zweitägige Pfingstexkursion des ISAH statt. Ziel der Reise waren zahlreiche Stationen der Siedlungswasserwirtschaft im Harz.

Erste Station war die Kläranlage Goslar. Die Gruppe der Leibniz Universität Hannover wurde von Eurawasser sehr sachkundig über die Anlage geführt. Die Kläranlage Goslar ist ein Zusammenschluss zweier Kläranlagen, sodass sehr interessante abwassertechnische Konstellationen zu besichtigen waren - bspw. unterschiedliche Rohabwasserannahmen und Vorreinigungen, mehrere Nachklärbeckentypen sowie interessante Umbauten in einzelnen Behandlungsstufen mit dem Ziel einer verfahrenstechnischen Optimierung.

Für den Nachmittag des ersten Tages war die Besichtigung der Oberharzer Wasserwirtschaft  vorgesehen. An der Grube Samson in Sankt Andreasberg wurden die Studierenden über das Weltkulturerbe informiert. Erstaunliche Ingenieurleistungen wurden damals durch die für den Harzer Bergbau Verantwortlichen umgesetzt, die in ihrer Zeit Vorbildcharakter hatten. Das künstlich angelegte wasserwirtschaftliche System im Harz sowie die daraus resultierenden Möglichkeiten (Antrieb großer Wasserkünste und anschließend die Nutzung einer so genannten Fahrkunst zum Ein- und Ausfahren aus einer der damals weltweit tiefsten Bergbaugruben – 600 m).

Am Vormittag des zweiten Tages folgte ein Abstecher in den Ostharz zum Wasserwerk Wienrode, das mit einer Gesamtaufbereitungskapazität von 180.000 m³/Tag das größte Wasserwerk Ostdeutschlands ist. Betrieben wird das Wasserwerk von der Fernwasserversorgung Elbaue - Ostharz GmbH. In Wienrode wird Rohwasser aus der Rappbodetalsperre aufbereitet. Das aufbereitete Wasser wird bis nach Halle transportiert, ohne dass Pumpen zum Einsatz kommen müssten. Die Teilnehmer der Exkursion wurden umfassend über die einzelnen Aufbereitungsschritte informiert und konnten das aufbereitete Wasser noch im Wasserwerk verkosten. Nach Besichtigung des Wasserwerks folgte noch ein kurzer Abstecher zur Rappbodetalsperre, um auch das zugehörige Rohwasservorkommen gesehen zu haben.

Letzter Besichtigungspunkt war die Firma Nordzucker in Nordstemmen. Zunächst gab es eine ausführliche Einführung in die Zuckerherstellung, sodass deutlich wurde, wo Abwässer im Herstellungsprozess anfallen. Anschließend wurde im Detail erläutert, wie die Abwässer, die teilweise CSB-Konzentrationen bis zu 20.000 mg/l aufweisen können, durch Nordzucker behandelt werden. Es bestand hier auch ausreichend Zeit, spezielle Fragen zu diskutieren wie bspw. die In- und Außerbetriebnahme der biologischen Prozesse zu Beginn und bei Ende der Herstellungskampagnen erfolgt.

Die zwei Tage waren geprägt durch eine eindrucksvolle Mischung aus Anlagen der Trinkwasserversorgung, kommunalen und industriellen Abwasserreinigung sowie der vorindustriellen Wasserwirtschaft. Wir danken allen unseren fachlich sehr versierten Führern, die uns mit großem Engagement und großer Ausdauer ihre Anlagen präsentierten und mit viel Freude unsere Fragen beantwortet haben.