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Studentische Pfingstexkursion des ISAH 2019

Studentische Pfingstexkursion des ISAH 2019

Die Exkursionsgruppe bei Drewsen Spezialpapiere GmbH & Co. KG in Lachendorf
Die Gruppe bei der AWG mbH in Bassum

In der Pfingstwoche fand die studentische Pfingstexkursion des ISAH statt. Es wurden an zwei Tagen vier Ziele der Siedlungswasserwirtschaft und Siedlungsabfallwirtschaft angesteuert. Die Gruppe mit rund 20 Studierenden besuchte die Drewsen Spezialpapiere GmbH & Co. KG in Lachendorf, das VW-Werk in Wolfsburg, die hanseWasser GmbH in Bremen sowie die Restabfallbehandlungsanlage der AbfallWirtschaftsGesellschaft (AWG) mbH in Bassum.

Am 11. und 12.6. nutzen rund 20 Studierende der Leibniz Universität die Möglichkeit, durch das ISAH organisiert und begleitet, spannende Stätten der Siedlungswasser- und Siedlungsabfallwirtschaft zu besuchen. Erste Station war die Drewsen Spezialpapiere GmbH & Co. KG im Standort Lachendorf (siehe DREWSEN SPEZIALPAPIERE ), die eine Führung durch die einzelnen Produktionsstufen und die hauseigene Kläranlage ermöglichten. Die Papierproduktion ist ein sehr wasserintensiver Prozess, der trotz einer Wasserwiederverwendung von 90 % eine Frischwasserzugabe von etwa 6.000 m3 pro Tag erfordert. Das bei der Produktion anfallende Abwasser wird im Teilstrom in einem eigens ausgelegten Moving Bed Bioreactor (MBBR) mit Rührwerk gereinigt, der im Vergleich zu gängigen MBBR mit Belüftungssysteme weniger Energie verbraucht. Anschließend wird gesamte Abwasser in einem Biofilter behandelt.

Am Nachmittag fand der Besuch des VW-Werks in Wolfsburg statt (siehe Volkswagen). Das VW-Werk nutzt für die Trinkwasserversorgung und Produktion Grundwasser, Oberflächenwasser und Regenwasser. Die Abwasserreinigung findet im Werk in drei verschiedenen Abwasserzentren statt. Die ersten beiden dienen der ausschließlich der mechanischen Reinigung, im letzten Abwasserzentrum findet die biologische Reinigung in einem Belebungsbecken mit Oberflächenbelüftung statt. Der Ablauf der Kläranlage wird in einem Rückhaltebecken zwischengespeichert, wobei Teil in die Aller eingeleitet und der übrige Teil z.B. als Kühlwasser oder Spülwasser für Toiletten wiederverwendet wird. (Siehe auch Umwelterklärung des Standortes Wolfsburg (Dokument)

Am zweiten Exkursionstag wurde die Kläranlage Seehausen der hanseWasser GmbH in Bremen besichtigt (siehe hanseWasser und Kläranlagen). Insgesamt werden hier 50 Mio. m³ Abwasser pro Jahr in einer im Großen und Ganzen typischen kommunalen Kläranlage behandelt. Eine Besonderheit der Kläranlage ist jedoch, dass sie seit 2015 klimaneutral ist. Hierfür werden zum einen die CO2-Emissionen des Belebungsbeckens aufgefangen. Zum anderen wird für die Energieversorgung Biogas aus der Schlammstabilisierung sowie erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie verwendet. Dabei produziert die Kläranlage Seehausen mehr Energie als sie verbraucht. Neben der Abwasserbehandlung ist hanseWasser auch für das Regenwassermanagement in Bremen zuständig. Hierbei verfügen sie über Möglichkeiten, das angefallene Regenwasser in die verschiedenen Regenwassersammelanlagen der Stadt Bremen aktiv umzuleiten und so die Überflutungen dieser zu vermeiden.

Die letzte Station der Exkursion war die Restabfallbehandlungsanlage (RABA) der AbfallWirtschaftsGesellschaft (AWG) mbH in Bassum (siehe RABA Bassum ). Zur Behandlung des Restabfall wird dieser zunächst in drei Fraktionen aufgeteilt (> 6 cm, 4-6 cm, < 4cm) sowie Eisen und andere Metalle entfernt. Die Fraktion < 4 cm wird fermentiert und danach zusammen mit der > 6 cm-Fraktion kompostiert. Die Fraktion 4-6 cm wird zusammen mit dem Bioabfall kompostiert, wodurch hochwertiges Pflanzensubstrat zur Nutzung in der Landwirtschaft und in Gärten gewonnen wird. Insgesamt werden 80% des Restmülls zu Refuse Derived Fuel (RDF) umgewandelt.  

Danksagung

Wir danken Drewsen Spezialpapiere GmbH & Co. KG, dem VW-Werk, hanseWasser und der AWG sowie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die interessanten Einblicke in die Praxis und in die unterschiedlichen Methoden der Abwasser- und Abfallbehandlung. Außerdem danken wir auch der Oswald-Schulze-Stiftung, die diese lehrreiche Exkursion finanziell unterstützt hat.