KombiWirt
| Leitung: | PD Dr.-Ing. habil. Dirk Weichgrebe |
| Jahr: | 2025 |
| Förderung: | Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) |
| Laufzeit: | 1/11/2023 - 31/05/2025 |
Verbundvorhaben: Kombinierte Vergärung von vorbehandelten stickstoffhaltigen Wirtschaftsdüngern; Teilvorhaben 1: Halbtechnische Versuche, Bilanzierung und Bewertung
Zum 01.11.2023 hat die BIORESTEC zusammen mit dem Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik (ISAH) der Leibniz Universität Hannover ein neues Forschungsvorhaben „KombiWirt“ gestartet. Das Projektziel ist es die Steigerung der Wirtschaftlichkeit bei der Vergärung von Wirtschaftsdüngern durch eine Vorbehandlungskette nachzuweisen.
Die Vergärung von Wirtschaftsdüngern und faserreicher Reststoffe kann einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und zur Energiewende leisten. Auch in der aktuellen geopolitischen Situation neu entfachten „Tank oder Teller Diskussion“ sollte die Biogaserzeugung aus landwirtschaftlichen Koppelprodukten nicht generell in Abrede gestellt werden. Derzeit findet die Nutzung dieser Substrate deutlich unter dem Gesamtpotential statt, da eine Gesamtwirtschaftlichkeit nur selten gegeben ist. Dies liegt vor allem an den vergleichsweise niedrigen spezifischen Methanerträgen der genannten Inputstoffe und auch daran, dass technische Innovationen auf Ihre Förderung warten.
Das Ziel des neuen Ansatzes ist es die Wirtschaftlichkeit der gesamten Verfahrenskette der Vergärung von Wirtschaftsdüngern und faserreicher Reststoffe zu steigern, sodass die Verwertung von Reststoffen zur Bereitstellung an erneuerbarer Energie flächendeckend eingesetzt werden kann. Dazu wird ein neuer Ansatz der Substrataufbereitung untersucht.
Im Rahmen des beantragten Verfahrens sollen Aufbereitungsschritte für die fraktionierte Eindampfung und für die Ammoniak-Beize in Kombination mit der anschließenden Vergärung von Wirtschaftsdünger in einer neu verschalteten Verfahrenskette quantitativ untersucht werden. Die Untersuchung findet im Labor- und Technikumsmaßstab statt. Aus den gewonnenen Daten soll die praktische Umsetzbarkeit unter Berücksichtigung der Parameter Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit abgeleitet werden.
Anvisierte Vorteile des vorgeschlagenen Lösungsansatzes zur Substrataufbereitung:
- Senkung des Treibhausgaspotentials durch Minderung von Methan und Lachgas Emissionen
- Steigerung des Methanertrages von Rohgülle
- Steigerung des Methanertrages der abseparierten Feststoffphase und faserreicher Wirtschaftsdünger durch Ammoniak-Beize (aqueous ammonia soaking, AAS)
- Hygienisierung der Wirtschaftsdünger durch thermische Einwirkung
- Kontrolle der Stickstoffkonzentration beim Vergärungsprozess
- Deutliche Verbesserung der Anlagenproduktivität und der Gesamtwirtschaftlichkeit