Spaziergang durch den Ozonreaktor

Das Umweltbundesamt, die Tesla Gigafactory und die Berliner Wasserbetriebe …

… das waren die Stationen auf der 2-tägigen studentischen ISAH-Fachexkursion nach Berlin. Am frühen Morgen des 26. Mai 2026 brachen wir hierzu mit 20 Studierenden zur Pfingstexkursion nach Berlin auf.

Unsere erste Station war das Umweltbundesamt und hier das Versuchsfeld Marienfelde, ein großes Freiluftlabor für Wasser- und Chemikalien-Forschung. Dort wurden wir von Prof. Dr.-Ing. Aki Sebastian Ruhl (TU Berlin, UBA, Fachgebietsleiter für die Trinkwasseraufbereitung am Umweltbundesamt) sehr herzlich begrüßt und nach einer kurzen Einführung über das Versuchsareal des UBA geführt. Dort konnten wir u.a. ein kleines Versuchs-Wasserwerk (Schnellenteisenung und -entmanganung) sowie eine große Lysimeteranlage ansehen. Besonders beeindruckend waren die beiden Fließgewässersimulationsanlagen (indoor wie outdoor), die uns Dr. Erik Sperfeld (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im UBA FG IV 2.5) vorstellte. Wir sahen laufende Untersuchungen zur Mikroplastik-Fragmentierung im Uferbereich sowie eine aufwändige Installation zur Untersuchung der Wirkung von Düngemittelzusatzstoffen auf die aquatische Umwelt.

Anschließend ging es zur Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg (Grünheide). Frau Selin Lukowiak (Content Specialist) führte uns gemeinsam mit Frau Paulina Koulard (Professional Development Expert) sehr sachkundig durch die gesamte Produktionsanlage, sodass wir sehr weitreichende Einblicke in die Produktion des Models Y gewinnen konnten. Dort begegneten wir „King Kong“ und „Godzilla“, zwei Riesen-Robotern, die die Model Y-Fahrzeuge etagenweise heben oder absenken. Zum Thema „Zero Liquid Discharge“ hatten wir anschließend noch einen sehr informativen Austausch mit Frau Theresa Eggler (Senior Manager Public Policy and Business Development), die zu diesem Thema auch auf den DWA/Dechema Industrietagen Wassertechnik 2025 in Berlin vorgetragen hatte.

Am späten Nachmittag ging es dann in das Herz von Berlin, wo wir bei lauschigem Wetter mit den Studierenden einen schönen Abend verbringen durften.

Am zweiten Tag waren wir dann ganztägig zu Gast bei den Berliner Wasserbetrieben. Unsere erste Station war das Wasserwerk Tegel, wo wir durch Dr. Martin Schulz, Leiter des Wasserwerks, begrüßt wurden. Begleitet durch Herrn Dr. Sperlich (BWB Forschung & Entwicklung) und weitere BWB-Teammitglieder gingen wir auf Tour durch das Wasserwerk und konnten Einblicke gewinnen insbesondere in die großen Belüftungs- und Filteranlagen.

Herr Dr. Sperlich begleitete uns anschließend auch zur PFAS-Eliminierungsanlage im nahegelegenen Wassergewinnungsgebiet, die mit PFAS verschmutztes Grundwasser von drei Vertikalfilterbrunnen aufbereitet. Anschließend fuhren wir gemeinsam weiter zum BWB-Klärwerk Schönerlinde, das wir im Rahmen eines ausführlichen Rundgangs näher und unter sachkundiger Begleitung kennenlernen durften. Besonderer Abschluss war dann die Besichtigung des laufenden Bauvorhabens für die 2027 in Betrieb zu nehmende Ozonierungsanlage, die nun im Rohbau fertig gestellt ist. Dort gab man uns sehr spannende Einblicke in dieses Großvorhaben. Besonderes Highlight war, als Gruppe im Ozonreaktor „spazieren“ zu gehen und die tiefen/hohen Tauchwände aus rissfreiem Beton hautnah zu erleben. Imposant war auch der Blick in die Baugrube für die ebenfalls im Bau befindliche große Flockungsfiltrationsanlage. Insgesamt war es ein sehr beeindruckender Abschluss, der erlebbar machte, über welche Infrastrukturen die Siedlungswasserwirtschaft verfügt und welcher Aufwand zu betreiben ist, um sowohl Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung in Städten wie Berlin hochqualitativ sicherzustellen. Großer Dank geht an Herrn Dr. Alexander Sperlich von den BWB, der uns den gesamten 2. Tag fachlich begleitete und uns zusätzlich mit exzellenten Englisch-Übersetzungen versorgte.

Wir danken allen genannten Personen, Gastgebern und Einrichtungen sehr herzlich für den überaus freundlichen Empfang und für die sehr sachkundige und praxisorientierte Information. Unsere Studierenden waren begeistert.